Opferhilfe

Als Opfer einer Straftat gibt es die Möglichkeit, sich anwaltlich beraten und vertreten zu lassen. Dies gilt auch für Angehörige
eines durch eine Straftat Getöteten. Regelmäßig wird ein Schadens-ersatzanspruch gegen den Täter bestehen, der auch die Gebühren des vom Opfer (bzw. den Angehörigen) eingeschalteten Anwalts zu erstatten hat. Allerdings geht dies ins Leere, wenn beim Täter kein pfändbares Vermögen oder Einkommen vorhanden ist.

Opferschutzorganisationen wie der Weisser Ring gewähren auf Anfrage Beratungsschecks für die juristische Erstberatung, welche die Kosten für eine Beratung bei einem Rechtsanwalt abdecken. Einzelheiten  dazu können sie dort erfragen.

Die Prozessordnungen für die jeweiligen Gerichtsverfahren sehen Möglichkeiten vor, dass die Gebühren der anwaltlichen  Tätigkeit des Opfervertreters von der Landeskasse/Staatskasse übernommen werden.

Strafverfahren

Im Ermittlungsverfahren und dem nachfolgenden Strafverfahren gegen
den Täter kann sich das Opfer (bzw. die Angehörigen) durch
einen Rechtsanwalt als Beistand beraten und vertreten lassen. Der
Rechtsanwalt kann als Zeugenbeistand oder Nebenklagevertreter auftreten
und/oder vermögensrechtliche Ansprüche (z.B. Schmerzensgeld)
mit einer sog. Adhäsionsklage geltend machen.

— Ein Anspruch auf Bestellung des Rechtsanwalts als
Beistand besteht gemäß § 397 a StPO regelmäßig, wenn das Opfer durch eine der folgenden Straftaten betroffen ist:

— Angehörige (Kinder, Eltern, Geschwister, Ehegatten
oder Lebenspartner) eines durch eine rechtswidrige Tat Getöteten
haben gemäß § 397 a StPO Anspruch auf Bestellung des Rechtsanwalts
als Beistand.

— Kinder und Jugendliche, die bei Antragstellung noch
nicht 18 Jahre alt sind, aber auch Opfer, die ihre Interessen selbst
nicht ausreichend wahrnehmen können, haben Anspruch auf Bestellung
des Rechtsanwalts als Beistand gemäß §  397 a StPO, wenn diese durch eine der folgenden Straftaten
betroffen sind:

— Soweit nach den vorstehenden Möglichkeiten ein
Anspruch auf Beiordnung nicht in Betracht kommt, kann das Opfer
gemäß § 397 a Abs. 2 StPO Prozesskostenhilfe
beantragen, wenn es seine Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen
kann oder ihm dies nicht zuzumuten ist.

Dies betrifft einerseits Opfer von Straftaten nach den vorgenannten
Vorschriften, soweit dort ausnahmsweise kein Anspruch auf Beiordnung
besteht, aber auch Opfer von

— Schließlich kann Prozesskostenhilfe
auch bei den in § 395 Abs. 3 StPO genannten Straftaten beantragt werden,
wenn das Opfer seine Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen
kann oder ihm dies nicht zuzumuten ist und wenn dies aus
besonderen Gründen, insbesondere wegen der schweren Folgen
der Tat, zur Wahrnehmung seiner Interessen geboten erscheint. Im
einzelnen handelt es sich dabei um folgende Straftaten:

Zivilverfahren

In einem zivilrechtlichen Verfahren gegen den Täter wegen Schadensersatz,
Schmerzensgeld u.a. besteht unter den Voraussetzungen der §§
114 ff. ZPO
die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe
zu beantragen.

  • Opferentschädigungsverfahren

Für ein gerichtliches
Verfahren über Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz
sind gemäß § 7 OEG i.V.m. § 73 a SGG die Vorschriften
der Zivilprozessordnung über die Bewilligung von Prozesskostenhilfe
anzuwenden, es besteht daher unter den Voraussetzungen der §§
114 ff. ZPO
die Möglichkeit Prozesskostenhilfe
zu beantragen.

Vereinbaren Sie einen Besprechungstermin mit uns. Wir klären gerne mit Ihnen alle anstehenden Fragen ausführlich und in Ruhe.